Gradmesser für den Förder-mechanismus
Das EEG-Förderkonto hat das Jahr 2025 mit einem Überschuss von mehr als 1,5 Milliarden Euro beendet. Damit verfügt der zentrale Finanzierungstopf für erneuerbare Energien wieder über eine nennenswerte Reserve. Der positive Saldo hebt sich deutlich von den vorangegangenen Jahren ab, in denen das Konto teils stark unter Druck stand und zusätzliche Mittel erforderlich waren.
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1. Stabile Kontoführung ohne Sondermaßnahmen
Der Jahresabschluss zeigt, dass sich Einnahmen und Ausgaben im Jahr 2025 vergleichsweise gut ausbalancierten. Der Fördermechanismus funktionierte ohne kurzfristige Eingriffe und lieferte ein stabiles Fundament für die laufenden Auszahlungen an Anlagenbetreiber.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Stabilität nicht auf einmalige Sondereffekte zurückzuführen war, sondern auf einen gleichmäßigen Verlauf über das gesamte Jahr. Weder extreme Marktverwerfungen noch kurzfristige politische Korrekturen waren nötig, um das Konto auszugleichen. Das stärkt die Aussagekraft des Ergebnisses und zeigt, dass der Fördermechanismus 2025 unter realen Marktbedingungen belastbar aufgestellt war.
2. Welche Aussagekraft der Überschuss besitzt
In der energiepolitischen Bewertung gilt das EEG-Konto als ein zentraler Belastungstest für den Fördermechanismus. Ein Überschuss zeigt, dass Einnahmen und Ausgaben im betrachteten Jahr unter realen Marktbedingungen miteinander in Einklang standen. Die Förderung ließ sich finanzieren, ohne kurzfristige Korrekturen oder zusätzliche Liquiditätshilfen auszulösen. Damit bestätigt der Kontostand die grundsätzliche Funktionsfähigkeit des Systems im Jahr 2025.
Gleichzeitig ist der positive Saldo nicht als freier finanzieller Spielraum zu verstehen. Er signalisiert weder automatisch Entlastungen für Stromkunden noch eröffnet er unmittelbar Raum für neue Förderprogramme. Vielmehr dokumentiert der Überschuss, dass die bestehenden Instrumente – Marktprämien, Bundeszuschuss und Stromvermarktung – in ihrer aktuellen Ausgestaltung tragfähig waren und sich gegenseitig stabilisierten.
Aus systemischer Sicht erfüllt der Überschuss vor allem eine Pufferfunktion. Er erhöht die Robustheit des EEG-Kontos gegenüber kurzfristigen Marktverwerfungen, etwa bei stark schwankenden Strompreisen oder unerwarteten Einspeisespitzen. Diese Reserve stärkt die Zahlungssicherheit für Anlagenbetreiber und reduziert das Risiko, dass der Staat unterjährig eingreifen muss. Die eigentliche Herausforderung bleibt jedoch, diese finanzielle Stabilität mit dem fortschreitenden Ausbau und der zunehmenden Systemkomplexität in den kommenden Jahren zu sichern.
3. EEG-Konto stabil im Plus dank Einnahmen aus Markt und Haushalt
Auf der Einnahmeseite trugen vor allem die Vermarktungserlöse des geförderten Stroms sowie der Bundeszuschuss zur Stabilität bei. Trotz teils niedriger oder negativer Börsenpreise konnten im Jahresdurchschnitt nennenswerte Markterlöse erzielt werden.
Der Zuschuss aus dem Bundeshaushalt ersetzte die frühere EEG-Umlage und sorgte für eine verlässliche Liquidität. Damit verteilen sich die Förderkosten breiter und weniger abhängig vom Stromverbrauch.
Gleichzeitig zeigt die Einnahmestruktur, dass sich das EEG-Konto inzwischen auf mehrere stabile Säulen stützt. Die Erlöse aus der Stromvermarktung entwickelten sich trotz kurzfristiger Preisspitzen und Phasen mit negativen Preisen insgesamt tragfähig und leisteten einen relevanten Beitrag zur Finanzierung der Förderung. Ergänzt durch den Bundeszuschuss entstand so ein Einnahmenmix, der weniger anfällig für einzelne Markteffekte ist und die Abhängigkeit von Stromverbrauch und Börsenpreis reduziert.
4. Reserve vorhanden – Systemumbau bleibt entscheidend
Der positive Abschluss 2025 verschafft dem EEG-Förderkonto kurzfristige Stabilität. Die eigentlichen Herausforderungen liegen jedoch im weiteren Umbau des Energiesystems.
Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, ordnet dies ein: „Ein positiver Saldo im EEG-Konto schafft finanzielle Stabilität, ersetzt aber nicht die Aufgabe, Netze, Speicher und Steuerung konsequent weiterzuentwickeln.“
Entscheidend für die langfristige Entwicklung ist weniger der aktuelle Stand des EEG-Kontos als die Frage, wie effizient erneuerbare Energien in das Stromsystem eingebunden werden. Kosten und Wirtschaftlichkeit der Energiewende hängen zunehmend davon ab, ob Erzeugung, Netze, Speicher und Verbrauch sinnvoll aufeinander abgestimmt sind und ob Strom dann genutzt werden kann, wenn er in großen Mengen verfügbar ist.
Je besser diese Systemintegration gelingt, desto geringer fallen Folgekosten durch Abregelungen, Preisspitzen oder zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen aus. Umgekehrt steigen die Gesamtkosten, wenn Netzausbau, Flexibilitätsoptionen und Steuerungsmechanismen hinter dem Ausbau der erneuerbaren Energien zurückbleiben. Die Effizienz der Energiewende entscheidet sich damit weniger am Förderkonto als an der Leistungsfähigkeit des gesamten Energiesystems.


